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Aktuelle Projekte

Neben und in engem Zusammenhang mit der Grundlagenarbeit beschäftigt sich das Zentrum mit einigen zeitlich limitierten Projekten.

Erinnerungskultur

Neben Langfristaufgaben umfasst die Erinnerungskultur abgegrenzte Projekte meist in Kooperation mit Projektgruppen und Initiativen. Dazu gehört der Erinnerungsweg auf der Strecke zwischen dem Platz'schen Garten als Sammelpunkt für die Deportierten und dem ehemaligen Güterbahnhof an der Aumühle, dem sog. Ladehof. Er ist durch Schwellen im Bürgersteig markiert und mit fünf Informationsstelen versehen. Über einen QR-Code lassen sich dort umfangreiche Informationen über das Deportationsgeschehen abrufen, die im Zentrum konzipiert und erstellt werden. Das Informationsangebot ist auch direkt über einen Link externer Link(externer Link) abrufbar.

An dem Projekt DenkOrt Aumühle bzw. DenkOrt Deportationen externer Link(externer Link), an dem alle 109 Orte, in denen es 1932/33 noch jüdische Gemeinden gab, beteiligt sein sollen, ist das Johanna-Stahl-Zentrum ebenfalls zentral beteiligt. Dr. Ries verfasste in Absprache mit den Beteiligten die Konzeption, entwickelte ein Faltblatt, die Informationsstelen am DenkOrt und zeichnet für die Homepage des Projekts verantwortlich.

Darüber hinaus werden seit 2017 auf der Grundlage der Forschungen von Elmar Schwinger und eigener Recherchen systematisch die 2 069 Personen in die Biographische Datenbank jüdisches Unterfrankenexterner Link (externer Link) eingegeben bzw. deren Datensätze ergänzt, die im Rahmen der Transporte aus Würzburg und Kitzingen direkt aus Unterfranken deportiert wurden. Auf dieser Grundlage ist es möglich, Listen der Opfer für die einzelnen Deportationen zu erstellen und diese in einem eigenen, dem Gedenken gewidmeten Layout darzustellen. Die Datenbank-Arbeiten wurden von den Volontär:innen und Praktikant:innen des Zentrums geleistet. Die Biographien zur 3. Deportation auf dem nicht mehr existierenden Portal "Wir-wollen-uns-erinnern" wurden in die Datenbank jüdisches Unterfranken integriert.

Vor allem werden die Daten aber ausgespeist für die Webseite zum DenkOrt und dort unter "Orte & Menschen"externer Link angezeigt. Kurze Artikel zur Geschichte der etwa 140 jüdischen Gemeinden und weiteren Wohnorte werden erarbeitet und dort ebnfalls verlinkt. Sie enthalten in den meisten Fällen eine Liste mit allen Shoa-Opfern des Ortes, auch denen, die nicht aus Unterfranken, sondern von woanders deportiert, individuell oder als Kranke verfolgt und ermordet wurden oder aufgrund der Verfolgung Suizid begingen.

Ein weiterer wichtiger Teil der Erinnerungskultur ist die Beschäftigung mit den einzelnen Deportationen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, was in Würzburg als dem Ausgangsort der meisten Transporte aus Unterfranken geschah, sondern ebenso um das Schicksal der Menschen an den Zielorten der Deportationen und die dortige Gedenkkultur. Im Mittelpunkt stand bislang Riga als Zielort der ersten Deportation und der Versuch, für die im Raum Riga und an späteren Stationen ermordeten wie auch die überlebenden Menschen möglichst präzise zu bestimmen, welchen Weg sie gingen und wo er in den meisten Fällen gewaltsam endete. Die Einbeziehung des ehemaligen Gutshofs Jungfernhof, auf dem der fränkische Transport mit den Würzburger Juden endete, in die Gedenkkultur im Raum Riga wurde dem Deutschen Riga-Komitee im Hinblick auf die dortigen Massengräber vorgeschlagen.