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Willkommen

Das Johanna-Stahl-Zentrum ist das regionale Kompetenzzentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken. 900 Jahre jüdische Geschichte in der Region stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit und seiner Aktivitäten. Die Fachbibliothek des Zentrums zeichnet sich aus durch ihr Alleinstellungsmerkmal in der Region.

Wir möchten Sie informieren über die Veranstaltungen, Angebote und Sammlungsbestände des Zentrums und laden Sie herzlich dorthin ein. Vielleicht möchten Sie auch Ihre Erinnerungen mit uns teilen oder uns Fotos und Dokumente aus der gemeinsamen Geschichte von Christen und Juden unserer Region überlassen?

Das Johanna-Stahl-Zentrum kann mit Anmeldung und mit FFP2-Maske besucht werden, es gelten die 3G-Regeln. Bitte bringen Sie Ihre Nachweise mit.

Vortrag und Performance WAVE zur Ausstellung "Nachhall"

Am 1. und 2. September 2021 laden die Veranstalter der Ausstellung "Nachhall" zu zwei Veranstaltungen ein: einem Vortrag zur mittelalterlichen jüdischen Gemeinde, ihrem Friedhof und ihren Familien sowie einer Performance zwischen dem Ort des Friedhofs und der heutigen jüdischen Gemeinde. Bitte melden Sie sich an, es gelten die 3G-Regeln.

Der ehemalige jüdische Friedhof unter dem Gelände des Juliusspitals in Würzburg weckte 2018 zum ersten Mal das Interesse des Künstlers Jens Reulecke. Seine „Abwesenheit“ wurde ihm bewusst und öffnete vorsichtig und behutsam einen Raum der „Anwesenheit“. Eine Anwesenheit, die innere Bilder hervorrief. So assoziierte Reulecke fragile, vom Wind bewegte Elemente und Töne, die rhythmisch auf- und abtauchten. Er entwickelte eine Konstruktion aus dünnen Metallringen, an denen, mit silberfarbenen Schnüren befestigt, Vogelfedern hängen. Wird das Gebilde bewegt, schwingt alles tänzerisch.

Die Ausstellung „Nachhall” zeigt großformatige Fotografien davon, mit Acryltinte akzentuiert. Sie ist seit Juli im Johanna-Stahl-Zentrum zu sehen - als eindrucksvoller Hain aus Bäumen und Ästen. Vogelfedern an den Ästen symbolisieren ihre Verbindung zum Himmel, ihr Fuß ist gehalten von Fragmenten mittelalterlicher Grabsteine. Teile der hebräischen Inschriften lassen sich erkennen. Die Klangcollage der Hochschule für Musik lässt die Namen der Verstorbenen aus dem Mittelalter durch den Raum hallen - gehaucht, gewispert, gerufen und gesungen. Der mittelalterliche jüdische Friedhof in Würzburg klingt also nach und die Verbindung zwischen der mittelalterlichen und der heutigen jüdischen Gemeinde wird lebendig. Sie umspannt 900 Jahre.

Prof. Dr. Eva Haverkamp-Rott wird am Mittwoch, den 01. September 2021 um 20:00 Uhr dazu einen Vortrag im David-Schuster-Saal halten. Unter dem Titel "Familienbande auf Ewig – Die mittelalterliche jüdische Gemeinde in Würzburg und ihr Friedhof" beleuchtet sie den historischen Hintergrund des Friedhofs. Sie stellt die bedeutende jüdische Gemeinde des Mittelalters in Würzburg vor. Ihre Mitglieder und ihre Familien scheinen auf in den Inschriften der knapp 1.500 Grabsteine und Grabsteinfragmente. Gelehrte und ihre familiären Netzwerke, Männer, Frauen und Kinder, die ihre Spuren in der Erinnerung hinterlassen haben. Die Referentin ist Professorin für mittelalterliche jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Der mittelalterliche Friedhof der jüdischen Gemeinde existiert nicht mehr, er wurde im 16. Jahrhundert enteignet und mit dem Juliusspital überbaut. Es ist ein Ort mitten in der heutigen Stadt. Die Performance WAVE am 02. September um 18 Uhr reagiert darauf. Sie verbindet physisch den Ort des ehemaligen Friedhofs mit der heutigen jüdischen Gemeinde. Sie beginnt im Hof des Juliusspitals und führt über die Augustinerkirche bis zum jüdischen Zentrum Shalom Europa. Dort gibt es im Anschluss Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung.

Zu den Performer*innen gehören Jens Reulecke, die Mitglieder des Vokalensembles der Hochschule für Musik Würzburg unter der Leitung von Prof. Almut Gatz, Markus Ritzel (Orgel) sowie die Tänzerin Britta Schönbrunn.

Sie sind sehr herzlich zu beiden Veranstaltungen eingeladen. Bitte melden Sie sich aufgrund der Corona-Schutz-Verordnungen zum Vortrag und zum Ausstellungsbesuch an. Es gelten die üblichen Hygieneregeln (Abstand, Maske) sowie die neuen 3G-Regeln: Bitte weisen sie sich als geimpft, genesen oder aktuell getestet aus.